
In dieser Rubrik werden Themen behandelt, die es früher gar nicht gab, Themen des digitalen Zeitalters, des 21. Jahrhunderts. Es geht also um Dinge, mit denen viele Seniorinnen und Senioren nie zuvor in Kontakt kamen und die auch heute nicht zum Alltag gehören. Damit auch "die Alten" mitreden können oder zumindest wissen, was im Informatiosalltag die Rede ist, diese Rubrik. Sie ist neu und wird nun ständig ergänzt.
Magnitude
Wenn Wissenschaftler etwas erklären verwenden sie oft Ausdrücke und Wörter die auch Menschen mit guter Allgemeinbildung nicht kennen und verstehen. So auch aktuell im Hinblick auf das katastrophale Erdbeben in Japan. Da taucht das Wort „Magnitude“ auf. Das ist eine Maßeinheit für die Stärke von Erdbeben. Allgemein bekannt ist die „Richterskala“ – und die sagt nichts anderes aus als die Magnitude. Beides meint das Gleiche. Das Erdbeben „mit der Stärke 7 auf der Richterskala“ ist für den Fachwissenschaftler ein Erdbeben „der Magnitude 7“. Gemessen wird der Zeigerausschlag eines fiktiven Seismografen. Magnitude 0 beziehungsweise 0 auf der Richterskala ist kein Ausschlag, also keinerlei Erschütterung. 1 ist eine sehr schwache Erschütterung, wie etwa gar nicht so selten auch in Deutschland, etwa in der Eifel.
Beide Maßeinheiten, Magnitude wie Richterskala, steigen nicht linear sonder logarithmisch mit der Basis 10, Jede weitere Stufe bei der Magnitude bzw. auf der Richterskala bedeutet die zehnfache Stärke der vorhergehenden Stufe. Ein Erdbeben der Stärke 7 auf der Richterskala oder der Magnitude 7 ist also nicht etwa doppelt so stark wie eines der Stärke 6. Die meisten starken, immer katastrophalen, Erdbeben der letzten Jahrzehnte hatten eine Stärke von 7 bis etwa 7,5. Die Stärke 8 ist zehn Mal so stark wir die Stärke 7, die Stärke 9 wiederum (wie soeben in Japan mit 8,9) ist also fast 1000-fach stärker als die in Haiti gemessene Stärke 7,2.
Die Richterskala ist bekanntlich nach „oben offen“, In der Praxis wäre jedoch die Stärke 10 mit der tausendfachen Zerstörungskraft der Stärke der Untergang eines ganzen Kontinents und schon bei einem Beben der Stärke 12, egal ob auf der Richterskala oder in Magnitude, wäre unser ganzer Planet vermutlich unbewohnbar. Zum Trost: Eine ein solches Beben auslösende spontane Erdplattenverschiebung ist höchst unwahrscheinlich Allerdings auch nicht ausgeschlossen: Schauen Sie sich die Erdkarte und die Umrisse der fünf Festland-Kontinente – Afrika, Amerika, Asien, Australien und Europa – an: Diese fünf Kontinente waren vor einem unbekannten Zeitraum von Milliarden Jahren ein einziger Kontinent. Unbekannt ist bislang mangels nachweisbarer Bruchkanten ob auch der sechste Kontinent, die Antarktis, dazu gehörte. Irgendwann vor unvorstellbaren Zeiten riss ein Naturereignis diese Superkontinente auseinander. Ein Ereignis der Stärke 100 oder gar 1000. Unsere Erdkruste ist eben dünn wie eine Eierschale.