
MVV-Fahrkartenautomaten: Wieder einmal: Analog gegen digital
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MVG zoom: Der Lift und Rolltreppen-Störungsmelder
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Ältere Menschen, Busse und Bahnen ![]()
ÖPNV-Test in 23 europäischen Großstädten: München am
besten
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MVV-Fahrkartenautomaten
Wieder einmal: Analog gegen digital
(RU/rb) – Im Protokoll zur Plenumssitzung des Seniorenbeirats im Juli 2011 war die Sache mit einen kurzen Satz erwähnt: „6.1 - Defizite an den neuen Fahrscheinautomaten kundenfreundlich beseitigen. Vom Beirat mehrheitlich unterstützt.“ Dabei gig es, wir Vorsitzender Klaus Bode in ener Sitzung berichtete, um einen Stadtratsantrag. Die Unterstützung galt somit gemäß Wortlaut des Antrags diesem Anliegen: „OB Ude wird gebeten, auf MVV GmbH und die zuständigen DB-Töchter (S-Bahn München und DB Station&Service) einzuwirken, dass die im Zuge der Fahrkartenautomaten-Modernisierung langsam in der Praxis zum Vorschein kommenden funktionalen Defizite kundenfreundlich beseitigt werden. Hierzu gehören insbesondere folgende löblichen Eigenschaften der alten .MVV.-Au- tomaten:
. schriftliche Information über die stationsbezogene Reichweite der Kurzstreck-
entarifs
. alphabetische Auflistung aller S-Bahnhöfe mit Angabe der zu stempelnden
Streifen
Beide Infos werden bei den modernen Touchscreen-Geräten insbesondere von älteren MVV-Kunden vermisst. Man kann sich aber leicht vorstellen, dass diese statischen Infos in vertrauter analoger Weise . auf deutsch: als Aufkleber oder Aushang. nachgerüstet werden können. Wenn an der Automatenfront der Platz fehlen sollte oder das coole Design diese Zu- fügung nicht verträgt, dann bietet sich die bislang freie Seitenfront als Anbringungs- ort an. Zumindest bei frei stehenden Automaten auf den S-Bahnsteigen. Der Münchner Seniorenbeirat wird um eine Stellungnahme gebeten.“
Mit der von der Beiratsmehrheit gebilligten „Unterstützung“ gab der Beirat also die erbetene Stellungnahme ab.
Oberbürgermeister Christian Ude gab den Antrag an das zuständige städtische Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) weiter. Vom Wirtschaftsreferenent Dieter Reiter kam jetzt die an den Antragsteller Stadtrat Dr. Georg Kronawitter gerichtete Antwort. Der Wortlaut:
.
Ich habe die DB Regio AG um eine Stellungnahme gebeten und kann Ihnen hiernach Folgendes mitteilen:
Mit der durchgängigen Aufstellung der neuen Fahrkartenautomaten bei der Deutschen Bahn im MVV-Gebiet in den Jahren 2009 und 2010 wurde die Benutzerfreundlichkeit und die Möglichkeit, Fahrkarten zu kaufen, deutlich verbessert und vereinfacht. Alle notwendigen Informationen sowohl für den MVV-Tarif als auch für den Tarif zur Nutzung der Deutschen Bahn seien nun direkt am Automaten verfügbar – das Suchen von Informationen auf weiteren zusätzlichen Aushängen oder in Vitrinen sei nunmehr entbehrlich. Die DB Regio AG räumt ein, dass der MVV-Tarif mit seinen Zonen und Ringen unter Umständen nicht immer für jeden Nutzer auf den ersten Blick einfach verständlich sei. Im Sinne der Tarifgerechtigkeit sei aber eine preisliche Differenzierung von kurzen und weiten Strecken sowie von gelegentlicher und häufiger Nutzung des Systems notwendig. Das sei im Übrigen auch ein weltweit anerkannter und geübter Standard öffentlicher Nahverkehrssysteme. Das im Antrag angesprochene Tariftableau (Verzeichnis der Haltestellen mit der Zuordnung der zur Fahrt notwendigen Fahrpreisstufen) wurde im Jahr 2008 bei der Deutschen Bahn durch ein verbessertes Tableau mit der Wiedergabe des Liniennetzplans ersetzt, da auch die alte Auflistung nach Einschätzung der DB Regio AG sehr oft nicht verstanden wurde. Mit Aufstellung der neuen Automaten bei der Deutschen Bahn in 2009/2010 sei dann das Tariftableau komplett entbehrlich geworden.
Mit der Zielwahl für die Schnellbahnstationen (in der Menüführung in der Verbundmaske links oben) gebe es nun eine sehr komfortable Möglichkeit, mit der Eingabe der Zielstation die notwendige Streifenzahl bzw. passende Einzelfahrkarte/Tageskarte wie auch die nötige Ringzahl im Zeitkartentarif zu ermitteln. Diese Zielwahl biete durch die Erweiterung auf den Zeitkartentarif weit mehr Komfort und Service für den Fahrgast als das alte Tariftableau, das außerdem auch längst nicht alle Ziele beinhaltete. Zudem habe die DB Regio AG die Menüführung bei den Automaten nun auch im Bereich Tarifinfo (im Menü mittig unten) mit dem Schnellbahnnetzplan ergänzt, so dass auch Fahrpreise für Verbindungen außerhalb des jeweiligen Automatenstandorts ermittelt werden können. Diese Funktion werde noch hinsichtlich der Ladezeit verbessert und mit dem Zeitkartentarif ergänzt.
Eine zusätzliche Anbringung der (alten) Tariftableaus an den neuen Automaten wäre – ganz abgesehen vom Aufwand – keine Verbesserung, sondern ein Rückschritt zur schlechteren Information. Dies auch vor dem Hintergrund, dass dann der Kauf des Fahrscheins und die Information darüber an zwei unterschiedlichen Stellen stattfinden würden, während im Automaten alle Informationen während desselben Bedienungsschritts gegeben werden. Die DB Regio AG bittet daher um Verständnis, dass sie die im Antrag formulierten Vorschläge ablehnen müsse.
Gerne sei die DB Regio AG hingegen bereit, gezielte Informationsveranstaltungen für besondere Zielgruppen rund um das MVV-Tarifsystem sowie die Automatenbedienung durchzuführen. Bisher fanden zwei derartige Veranstaltungen mit insgesamt 50 Teilnehmern statt. Die DB Regio AG stehe hierfür auch gerne dem Seniorenbeirat zur Verfügung. Die MVV GmbH verweist in ihrer Stellungnahme auf die Zuständigkeit des Verkehrsunternehmens – hier DB Regio AG – bezüglich der im Antrag angesprochenen Themen.
Wunschgemäß habe ich auch den Seniorenbeirat der LHM um eine Stellungnahme gebeten. Der Seniorenbeirat empfindet den Wegfall des Tariftableaus als Rückschritt und fordert grundsätzlich die Wiederanbringung dieser schriftlichen Informationen an den Automaten. Darüber hinaus regt der Seniorenbeirat an, in den Fällen von Bahnstationen, bei denen sich die Entwertersäulen auf dem Bahnsteig neben Info-Vitrinen befinden, die Tariftableaus in diesen Vitrinen in einer Ecke rechts oder links unten auszuhängen. So würden die Automaten von Kunden freigehalten, die z.B. schon eine Streifenkarte besitzen und nur noch eine Information benötigen. Diesen Vorschlag werde ich mit der Bitte um Prüfung an die DB Regio AG weiterleiten. Ich gehe davon aus, dass Ihr Antrag hiermit ausreichend beantwortet ist und als erledigt gelten darf.
Ob das wirklich so ist, bleibt vorerst offen. Im „Rats Informations System“ ist der Antrag noch mit dem Status „In Bearbeitung“ versehen.
125 neue Rolltreppen für 20 Bahnhöfe
(SWM) - Bis Ende 2014 erneuern die Stadtwerke München (SWM) 125 bis zu 35 Jahre alte Rolltreppen in 20 U-Bahnhöfen. Sie setzen damit ihr ehrgeiziges Erneuerungsprogramm fort, in dessen Rahmen von 2008 bis Ende 2009 bereits 111 Anlagen gegen neue ausgetauscht wurden. Die Gesamtinvestitionen betragen rund 27,5 Millionen Euro. Auftakt ist im U-Bahnhof Fraunhoferstraße.
Bis Ende des laufenden Jahres werden nach jetzigem Planungsstand – neben der im August 2010 bereits fertig gestelltem - U-Bahnstation Fraunhoferstraße – folgende Bahnhöfe teilweise mit neuen Treppen ausgestattet: Giesing Bf., Hohenzollernplatz, Ostbahnhof, Silberhornstraße, Hauptbahnhof, Maillingerstraße und Therese-Giehse-Allee. Von 2011 bis Ende 2014 stehen pro Jahr rund 25 Erneuerungenin folgenden Stationen an: Fraunhoferstraße, Giesing Bf., Hohenzollernplatz, Josephsplatz, Königsplatz, Kolumbusplatz, Karl-Preis-Platz, Mailingerstraße, Neuperlach Zentrum, Ostbahnhof, Rotkreuzplatz, Silberhornstraße,
Stiglmaierplatz, Scheidplatz, Sendlinger Tor, Theresienstraße und Untersbergstraße. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bittet ihre Fahrgäste um Verständnis, dass es während der Umbauarbeiten zu Behinderungen kommt. Ein gewöhnlicher Austausch dauert in der Regel zwei bis vier Wochen. In dieser Zeit stehen die jeweiligen Rolltreppen nicht für die Fahrgäste zur Verfügung.
Die neuen Rolltreppen sind mit modernster Anlagen- und Computertechnik ausgestattet, von der Betreiber und Nutzer gleichermaßen profitieren. SWM und MVG verzeichnen vor allem sinkende Instandhaltungskosten. Grund: Die Rolltreppen sind in ein Online-Netzwerk eingebunden, das die Diagnose und Reparatur im Störungsfall erheblich erleichtert. Unter bestimmten Umständen kann sich eine stehen gebliebene Rolltreppe selber wieder in Betrieb setzen. In solchen Fällen muss kein Mechaniker mehr vor Ort fahren. Die Reparaturzeiten verkürzen sich insgesamt um bis zu 25 Prozent. Moderne Anlagen mit weniger Verschleißerscheinungen und kürzeren Ausfallzeiten stehen für eine hohe Verfügbarkeit – und sind damit auch für die Kunden von Vorteil. Viele neue Rolltreppen laufen außerdem im Wechselrichtungsbetrieb (je nach Kundenanforderung nach oben oder nach unten). Alle Anlagen sind mit den neuesten sicherheitstechnischen Einrichtungen ausgestattet.
SWM/MVG zählen zu den größten Rolltreppenbetreibern Deutschlands. Im U-Bahnnetz gibt es 761 Anlagen mit mehr als 60.000 Stufen. Bis zu 6.500 Fahrgäste sind pro Stunde auf einer Rolltreppe unterwegs. Eine Stufe fährt in ihrem Leben – je nach Anlage – fast bis zum Mond (350.000 km). Die längste Rolltreppe befindet sich im U-Bahnhof Karlsplatz (Stachus; Ausgang zum Lenbachplatz): Sie hat 247 Stufen und ist knapp 57 Meter lang. Die Motoren der größeren Anlagen kommen auf eine Leistung von 60 PS. Jeder U-Bahnhof verfügt zudem über mindestens einen Aufzug ab Bahnsteigebene. Insgesamt existieren zurzeit 169 Anlagen. Die stark frequentierten Aufzüge in der Innenstadt legen pro Tag mehr als
500 Fahrten zurück. Alle Anlagen werden permanent durch ein Betriebsüberwachungs-system überwacht. Ein Entstörungsdienst stellt sicher, dass Störungen rund um die Uhr behoben werden, auch in den Abendstunden und nachts.
Aktuelle Informationen über den Betriebszustand von Rolltreppen und Aufzügen finden sich unter: www.mvg-zoom.de. (siehe nachfolgenden Beitrag).
Wenn die Rolltreppe steht und der Lift nicht geht

© panthermedio Ron Chaple
(rb) – Plenumssitzung des Seniorenbeirats am 17. Februar 2010. Auszug aus dem Sitzungsprotokoll: „7.1 Anfrage der CSUStadtratsfraktion betr. Information über defekte Fahrtreppen und Lifte im MVVBereich per eMail oder als SMS: Nach angeregter Diskussion einstimmig unterstützt.“ Diese einstimmige Unterstützung betraf eine Stadtratsanfrage der Stadträte Marian Offman und Hans Podiuk (CSU) vom 4.1.2010. Ihr Text:
Defekte Aufzüge und Rolltreppen im ÖPNV sind ein Ärgernis für die Fahrgäste. Während solche Ausfälle für mobile Kundinnen und Kunden nur lästige Mehrwege bedeuten, können sie die Mobilität behinderter oder älterer Menschen sowie Gästen mit Kinderwagen nachhaltig einschränken.
Die Nürnberger Verkehrsbetriebe bieten jetzt einen neuen, kostenfreien Service, nämlich eine Benachrichtigung per Email oder SMS. Die Fahrgäste registrieren sich und werden über Wartungen oder Störungen unterrichtet.
Insbesondere mobilitätseingeschränkte Kundinnen und Kunden werden durch diesen Service rechtzeitig informiert und können entsprechend (um)planen.
Laut Aussage der ServiceHotline der MVG gibt es diesen Service in München noch nicht. Fahrgäste müssen hier erst auf der Homepage die Funktionsübersicht über Rolltreppen und Aufzüge aufrufen. Dieser Service ist zwar auch gut, kann aber noch nicht auf dem Handy genutzt werden.
Eine EMail oder SMSBenachrichtigung ist aktueller und gerade für den Kundenkreis, der auf aktuelle Störungsmeldungen angewiesen ist, komfortabler.
Eine Anfrage also, die eine Unterstützung des Seniorenbeirats verdiente. Nun wurde diese von der CSUStadträten gestellte und vom Seniorenbeirat unterstützte Anfrage beantwortet. Dabei kam ein Umstand zum Vorschein, der auch für erfahrene Internetnutzer unter den MVGKunden eine Überraschung darstellt. Also:
Antwort Dieter Reiter, Referent für Arbeit und Wirtschaft:
In Ihrer Anfrage vom 04.01.2010 hinterfragen Sie die Möglichkeit einer technischen Realisierung eines EMail oder SMSBenachrichtigungsservices über defekte Aufzüge und Rolltreppen im Münchner Nahverkehr.
Die von Ihnen in diesem Zusammenhang gestellten Fragen betreffen Angelegenheiten, die in den operativen Geschäftsbereich der Stadtwerke München GmbH/MVG bzw. der DB Station & Service AG fallen. Hierzu dürfen im Folgenden deren Antworten wiedergegeben werden:
Frage:
Kann ein entsprechender Service auch in München, sinnvoller Weise im Rahmen des MVV, eingeführt werden?
Antwort der SWM/MVG:
Den Fahrgästen im Münchner Nahverkehr steht eine immens große Zahl von Rolltreppen und Aufzügen zur Verfügung. Allein im Bereich der MVG sind dies 761 Rolltreppen und 165 Aufzüge.
Der MVG ist sehr daran gelegen und sie tut bekanntermaßen viel dafür, den mobilitätseingeschränkten Fahrgästen die Möglichkeit zu bieten, sich mit UBahn, Bus und Tram frei in der Stadt bewegen zu können. Die Vorhaltung dieser großen Anzahl an Rolltreppen und Aufzügen ist dabei nur ein Baustein. Selbstverständlich unternehmen SWM/MVG große Anstrengungen, das Funktionieren aller Rolltreppen und Aufzüge zu gewährleisten. Da eine hundertprozentige Verfügbarkeit jedoch aufgrund von Reparatur und Wartungsarbeiten, aber auch durch Vandalismus, nicht erzielt werden kann, wurde der Internetservice MVG zoom entwickelt.
Über das – in Deutschland übrigens bisher einmalige – Angebot MVG zoom können die Kunden gezielt die Funktionstüchtigkeit der Rolltreppen und Aufzüge überprüfen, die auch tatsächlich auf ihrem Fahrtweg liegen.
Im Falle einer Störung erhalten sie die Information, warum ein Aufzug oder eine Rolltreppe nicht in Betrieb ist und wie lange die Störung voraussichtlich dauern wird.
Im Gegensatz zu den Nürnberger Verkehrsbetrieben, die ihre Kunden nur über die Funktionstüchtigkeit ihrer Aufzüge informieren, erhalten die Kunden der MVG über den Internetservice MVG zoom eine Information über die Funktionstüchtigkeit sowohl aller 165 Aufzüge als auch der 761 Rolltreppen im MVGNetz. Hier wie dort werden sinnvoller Weise nur planbare Störungen wie Wartungs und Reparaturarbeiten angezeigt.
Die Kunden der MVG, die auf funktionierende Aufzüge und Rolltreppen angewiesen sind, haben zudem die Möglichkeit, sich vorab oder auch während der Fahrt (bald auch im gesamten UBahnnetz) telefonisch bei der MVGHotline zu informieren.
Um ihren Service für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste weiter zu verbessern, prüft die MVG derzeit für die nächste Version von MVG zoom eine Variante, die sich auch auf jedem Handydisplay darstellen lässt. Damit hätten die Kunden neben der telefonischen Informationsmöglichkeit über die MVGHotline eine Alternative, wenn sie bereits unterwegs sind.
Im Gegensatz zu einer Information per SMS/EMail hat diese Variante jedochden entscheidenden Vorteil, dass die Kunden sich gezielt dann informierenkönnen, wenn sie eine Fahrt im Münchner Nahverkehr planen und nicht permanent (beispielsweise auch im Urlaub) SMS/EMails über Störungen erhalten.
Antwort der DB Station & Service AG:
Die DB Station & Service AG beabsichtigt, sich dem MVGService „MVGzoom” anzupassen und Informationen über die Verfügbarkeit von Fahrtreppenund Aufzügen im Internet bereitzustellen.
*
Nun also ist die Anfrage beantwortet. Zufriedenstellend ist sie nicht. Beginnen wir mit dem letzten Absatz, der Antwort der DB Station & Service AG: Es wird „beabsichtigt“, sich anzupassen. Dieses „Beabsichtigen“ kennen die SBahnKunden zur Genüge. Seit vielen Jahren wird z.B. „beabsichtigt“, den aus dem vorletzten Jahrhundert stammenden Bahnhof Pasing endlich auf einen modernen Stand zu bringen und barrierefrei zu machen. Jetzt wird „beabsichtigt“, dies etwa im Jahr 2014 zu erreichen. Dabei verschickt die SBahn München an InternetNutzer, die sich entsprechend anmelden, per eMail den so genannten „Störmelder“. Tag für Tag kommen da zahlreiche – mal mehr, mal weniger, aber kaum ein Tag ohne – StörmeldungsMails. Der Name „Störungsmeldung“ wäre zwar deutlicher, aber auf jeden Fall könnten Störungen bei den Mobilitätshilfen, also Aufzüge und Rolltreppen, ohne komplizierte „Anpassungen“ an den MVGService auf diesem gewohnten Weg gemeldet werden. „Lift im Bahnhof Rosenheimer Platz ist zur Zeit außer Betrieb“ ist doch mindestens ebenso wichtig wie „Wegen eines Notarzteinsatzes am Rosenheimer Platz fahren zur Zeit keine Züge auf der Stammstrecke“.
Bleibt noch „MVG zoom“. Den
Hinweis darauf findet man auf der ohnehin recht unübersichtlichen Eingangsseite
der MVGHomepage in einer Leiste voller Symbole und eben mit der Bezeichnung
„MVG zoom“. Das Wort stht für „heranholen“, „vergrößern“ und kann von vielen
technisch nicht so bewanderten Menschen wohl kaum mit Mobilität,
Barrierefreiheit oder auch Störungsmeldung in Verbindung gebracht werdeh. Erst
bei weiterem Suchen stößt man dann auf das hier links gezeigte Pictogramm, das
auf eine entsprechende Information hinweist. Aber warum denn kompliziert, wenn
es auch einfach geht? Der direkte Weg zu diesen wichtigen Informationen findet
man unter
www.mvgzoom.de. Voraus gesetzt, man hat Zugriff auf einen Computer.
Aus der Delegiertenversammlung April 2010
Ältere Menschen, Busse und Bahnen
(rb) Es ist ein ständiges Problem: Ältere, vorzugsweise wirklich alte, Menschen steigen an einer hinteren Tür in einen Bus ein, vielleicht mit einer Gehhilfe, und machen sich dann auf den Weg zu den vorderen Sitzen. Fährt nun der Bus an, so kann es schnell zu Schwierigkeiten kommen. Im schlimmsten Fall zu einem folgenreichen Sturz.
Das war eines der Beispiele, das Gegenstand des zumindest vom zeitlichen Umfang her beherrschenden Thema der 2. Delegiertenversammlung der 9. Seniorenvertretung der Landeshauptstadt München am 19. April 2010 im Großen Rathaussaal.

Wortmeldungen
Anwesend waren 136 Delegierte, 35 fehlten entschuldigt, aber – und das kritisierte Klaus Bode, der Vorsitzende des Seniorenbeirats heftig – weitere 38 hatten es nicht für nötig gefunden, sich für ihr Fernbleiben zu entschuldigen. Von den Beiratsmitgliedern waren 22 anwesend und sechs hatten sich entschuldigt. Die als Gäste anwesenden Stadträte Dr. Reinhold Babor, Marian Offmann (beide CSU), Dr. Reinhold Bauer und Christian Müller (beide SPD) erlebten eine engagierte und interessante Sitzung. Zunächst richtete Stadträtin Brigitte Meier (SPD), die ab Juni als Nachfolgerin Friedrich Graffes (SPD) Sozialreferentin wird, ein Grußwort an die Versammlung. Sie entwarf kurz ihre Absichten in ihrer künftigen Position und sieht drei Schwerpunkte: Maßnahmen gegen die Altersarmut, Förderung der Teilnahme alter Menschen im Gemeinwesen, Erfüllung der Wünsche nach einem gut versorgten Wohnen im Alter. Darüber hinaus sieht die künftige Sozialreferentin, die ihre Erfahrungen als sozialpolitische Sprecherin der SPDStadtratsfraktion gewann, die Schaffung von mehr Plätzen in der
gerontopsychiatrischen Versorgung angesichts der wachsenden Zahl alter Menschen als vordringlich an. Die pflegerische Versorgung in München hingegen betrachtet sie als mustergültig. Freilich muss der unbestreitbare personelle Pflegenotstand überwunden werden. Sie entschuldigte sich dafür, dass sie einer wichtigen Sitzung wegen der Versammlung nicht weiter beiwohnen konnte.„Senioren als Fahrgäste“
Im Mittelpunkt der Versammlung stand das eingangs bereits erwähnte Referat zum Thema „Senioren als Fahrgäste – Mobilität im Alter“. Referent war Dipl.Ing. Wolfgang Pfützner von der Münchner Verkehrsgesellschaft GmbH (MVG), eine Tochter der Stadtwerke München (SWM) und verantwortlich für den Personennahverkehr per Bus, Tram und UBahn.
Zu Beginn ging der Referent darauf ein, dass vor einiger Zeit dieses Themen in München schon einmal behandelt wurde, wobei Mitarbeiter der Salzburger Verkehrsbetriebe referierten. Pfützner wies darauf hin, dass Salzburg von Experten in Sachen „Mobilität für Senioren, als Primus in Europa anerkannt ist. Für den Bereich der MVG räumte er ein, Fahrerkollegen der OberflächenVerkehrsmittel „oft zu wenig aufpassen“. Auch an der Fahrzeugtechnik und –ausstattung liegt es oft, dass es Probleme, besonders für in ihrer Mobilität eingeschränkte Seniorinnen und Senioren, gibt. Angefangen von der oben schon erwähnten Sitzplatzwahl bis zur Mühe Fahrscheinautomaten und Entwerter zu finden. Kommt es dann zu einem Sturz oder anderen Unfall, so wird wegen der oft langwierigen Unfallaufnahmen der Betriebsablauf gestört. Nicht zuletzt deshalb wurde von der MVG ein Kurs entwickelt, der diese Probleme eingeht und ein entsprechendes Praxistraining unter dem Motto „Sichere Mobilität erhöht Lebensqualität“ entwickelt, an dem bislang aber nur Bewohner von MünchenstiftHeimen teilnehmen konnten bzw. können. Pfützner wies auf Einrichtungen hin, die bereits in Betrieb oder für baldigen Einsatz geplant sind, wie Türsensoren. Rampen für Rollstuhlfahrer, „Kneelingfunktion“ zum Absenken des Fahrzeuges für leichteren Einstieg. Videoüberwachung zur Verbesserung der Sicherheit. FahrscheinAutomaten, die gleich entwerten und den Gang im fahrenden Bus zu einem Entwerter ersparen. Der Vortragende erwähnte auch die in den Fahrzeugen befindlichen Rollstuhl und Kinderwagentasten hin, die ein automatisches Schließen des Ausstiegstüren verhindern. Doch auch die Fahrgäste können etwas tun, beispielsweise auf das Tragen von Handtaschen oder Handgepäck zu vermeiden und stattdessen Umhängetaschen, Rucksäcke, Stöcke und Schirme mit Handgelenkschlaufen usw. zu verwenden, um die Hände zum sicheren Halt bei Ein und Aussteigen frei zu haben. Die erste Tür Fahrzeugs nicht nur zum raschen Erreichen eines Sitzplatzes benutzen, sondern auch den Fahrer aufmerksam zu machen, etwa die Einstiegshilfen zu aktivieren. Auch die besonderen Sicherheitsmaßnahmen im UBahnNetz (Nothalte, Notrufe, SOSSäulen) wurden erwähnt. Dies alles, so Pfützner, ist auch Gegenstand der erwähnten Kurse mit praktischem SeniorenSicherheitstraining Diese Kurse sind aber nur sehr eingeschränkt im Angebot und eben derzeit nur im Bereich Münchenstift. Er habe, so der Referent, Hoffnung auf einen Ausbau der Kapazität. Die mit den Kursen gemachten Erfahrungen sollen aber auf jeden Fall Grundlage für eine Broschüre sein.
Engagierte Teilnehmer im Rathaussaal
Dem ausführlichen Referat folgte eine sehr rege Aussprache. Die Teilnehmer konfrontierten den Vertreter der MVG mit zahlreichen Beschwerden. Eine davon bezog sich auf das so genannte „Beschwerdetelefon“ der MVG. Es hat die Nummer 01803 442266 und ein Anruf dort kostet 9 Cent pro Minute. Eine normale Festnetznummer wäre für die meisten Anrufer weitaus billiger oder – im Zeitalter der „Flatrates“ – kostenlos. Weiter ging es um Busse, die zu weit entfernt von der Bordsteinkante halten, um schlecht verständliche oder ausbleibende Haltestellenansagen, um Busfahrer, die rücksichtslos fahren oder andere Rücksichtslosigkeiten praktizieren. Zu hohe Haltestangen, zu kleine Hinweise auf Behindertenplätze, Stolperfallen in neuen UBahnZügen, die fehlenden Ticketkaufmöglichkeiten in Bussen und alte, mit zu hohen Ein und Ausstiegsstufen ausgestattete, Trambahnzüge auf den Linien 17, 20 und 21 waren weitere Klagen, mit denen der MVGMann konfrontiert wurde. Der wies auf ständige Fahrerschulungen hin, musste jedoch zugeben, dass es „schulungsresistente Mitarbeiter gibt“. Immerhin wollte die die vernommenen Klagen weitergeben, auch die Anregung, die Busfahrer auf die Möglichkeit des „Haltens auf Wunsch“ in die Abendstunden hinzuweisen. Auch das Unverständnis vieler Sitzungsteilnehmer darüber, dass die Kurse des SeniorenSicherheitstrainings nur für meist wenig mobile Bewohner von MünchenstiftEinrichtungen, nicht aber für fast täglich auf öffentliche Verkehrsmitte angewiesene mobile Seniorinnen und Senioren angeboten werden, will der MVGReferent weiterleiten.
Die kritisierten alten und für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste ungeeigneten Tramzüge werden bis 2012 nach Anschaffung weiterer moderner Züge aus dem Betrieb genommen. Im übrigen, so Pfützner, seien die beanstandeten Fahrzeuge nur auf Linien mit dichter Zugfolge und entsprechend kurzen Wartezeiten auf den nächsten behindertengeeigneten Zug eingesetzt. Die Versammlungsteilnehmer lassen deutlich die Unzufriedenheit über das Ergebnis der Stellungnahmen zu den vorgebrachten Beanstandungen seitens des MVGVertreters erkennen. Dieser wiederum zeigt sich erkennbar enttäuscht über das Ergebnis seiner Bemühungen.
Fotos (2) © Rolf Bürkle
Alles klar mit der IsarCard S
(RU/red) Es war auch schon Thema im Seniorenbeirat : Die "IsarCard S", also das stark verbilligte Sozialticket für das Netz des MVV. Besonders geht es um die Information über diese strk verbilligte Zeitkarte und die Bezugsmöglichkeiten. Darauf bezog sich auch eine Stadtratsanfrage der Stadträtin Dagmar Henn (Die Linke). Die Antwort kam jetzt vom Antwort Sozialreferenten Friedrich Graffe: Hier die Fragen und Antworten im Wortlaut:
Friedrich Graffe: "In Ihrer Anfrage stellen Sie fest, dass die Nachfrage nach dem Münchner Sozialticket, der IsarCard S, hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist und führen dies auf unzureichendes Marketing zurück. Zunächst sei darauf hingewiesen, dass die Verkaufszahlen der IsarCard S deshalb die prognostizierten Zahlen nicht erreichen, da entgegen der ursprünglichen Planung auf Basis der Ergebnisse der Marktuntersuchung die Abgabe der ermäßigten Tageskarten beibehalten wurde. Wie eine aktuelle Abfrage ergeben hat, erwirbt die große Mehrheit der Tageskartenkäuferinnen und käufer die vergünstigten Tagestickets nicht wegen Fahrten in der Sperrzeit von 6:00 bis 9:00 Uhr, sondern weil sie keine Fahrkarte für den ganzen Monat benötigen.
Zu Ihrer Anfrage vom 04.02.2010 nehmen das Referat für Arbeit und Wirtschaft (Fragen 1 bis 3) unter Bezugnahme auf Stellungnahmen der Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) und der Münchner Verkehrs und Tarifverbund GmbH (MVV) und das Sozialreferat (Fragen 4 bis 6) im Auftrag des Herrn Oberbürgermeisters im Einzelnen wie folgt Stellung.
Frage 1:
Geben alle Ticketautomaten des MVV die IsarCard S aus? Falls nein, wie viele der Ticketautomaten des MVV geben die IsarCard S aus? Gibt es eine Übersicht dieser Automaten? In welchen Schritten über welchen Zeitraum ist die weitere Umrüstung geplant?
Antwort:
Bei der MVG (UBahn, Busse und Tram) kann die IsarCard S von den berechtigten Personen mit Münchenpass in allen Kundencentern, MVGVerkaufsstellen und an den Zeitkartenautomaten an UBahnStationen erworben werden. Alle Kundenberaterinnen und Kundenberater der MVG wurden ferner über die Regelungen und Konditionen der IsarCard S informiert und können interessierte Kundinnen und Kunden über das Angebot beraten. Da eine Neuausrüstung der Busse und Straßenbahnen mit Fahrkartenautomaten bei der MVG derzeit nicht ansteht, kann zum jetzigen Betrachtungszeitpunkt keine Aussage über konkrete vertriebliche Anforderungen getroffen werden. Jedoch ist zu bedenken, dass die mobilen Fahrkartenautomaten in Bus und Tram aufgrund ihrer kompakten Gerätegröße nicht das gleiche Fahrscheinsortiment bieten können wie stationäre Automaten.
Die DB Regio AG/SBahn München hat hierzu mitgeteilt: Die IsarCard S ist seit Einführung zum 01.04.2009 an allen MVVAutomaten der Deutschen Bahn und auch an allen anderen DBAutomaten im MVVGebiet erhältlich. Es kann mit Bargeld, GeldKarte oder auch ECKarte bezahlt werden. Die IsarCard S wird bei der DB in etwa zu 2/3 im personenbedienten Verkauf erworben, 1/3 der IsarCard S werden an den Automaten erworben.
Frage 2:
Warum gibt es bei den auf U und SBahnhöfen ausgehängten Tarifinformationen keine Hinweise auf die IsarCard S?
Antwort:
Die IsarCard S wird seit dem 01.04.2009 nur für die MünchenpassInhaberinnen und Inhaber, d. h. nur für hilfebedürftige Münchner Bürgerinnen und Bürger, angeboten. In den Verbundlandkreisen wird derzeit – aus unterschiedlichsten Gründen – kein Sozialticket angeboten. Da die Informationen zu Tarifangeboten an allen MVVHaltestellen verbundweit identisch sind, kann dort über dieses spezielle Angebot der Landeshauptstadt München nicht informiert werden. Dies würde nur zu Missverständnissen bei den Landkreisbürgerinnen und bürgern führen, die dieses Angebot gar nicht in Anspruch nehmen können. Für die Fahrgastinformation in einem Verkehrsverbund gilt der Grundsatz, an allen Haltestellen einen einheitlichen Informationsstandard anzubieten, da dies gerade einen Verkehrsverbund auszeichnet. Nur über standardisierte Informationen an allen Haltestellen gelingt es, größtmögliche Transparenz zu schaffen und damit die Hemmschwelle zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu reduzieren.
Frage 3:
Warum gibt es keine Werbung für die IsarCard S in den Fahrzeugen der MVG?
Antwort:
Die Verbundgesellschaft hat aktuell einen Informationsflyer über die Isar Card S erstellt, der sowohl im Sozialreferat zur Verteilung zur Verfügung gestellt als auch in den Kundencentern ausgelegt wird. Da es sich bei der IsarCard S/dem Sozialticket aber um eine Leistung der Landeshauptstadt München für deren bedürftige Bürgerinnen und Bürger handelt, fällt die Werbung hierfür dennoch primär nicht in den Zuständigkeitsbereich der Verbundgesellschaft MVV bzw. des Verkehrsunternehmens MVG.
Frage 4:
Wie ist das Verhältnis von Anspruchsberechtigten zur Anzahl der ausgestellten Münchenpässe innerhalb des Rechtskreises des SGB in München absolut und prozentual?
Antwort:
Es wird keine Statistik über die Ausgabe eines Münchenpasses im Einzelfall geführt. Nach den Aufzeichnungen der Materialverwaltung wurden von den Sozialbürgerhäusern und dem Amt für Wohnen und Migration seit 01.03.2009 insgesamt 80.000 Münchenpässe angefordert, die bis auf den notwendigen Vorrat in den Häusern ausgegeben sind. Zu den Inhaberinnen und Inhabern dieser neuen grünen Münchenpässe kommen noch die Berechtigten, die von vornherein die IsarCard S nicht nutzen wollten und deshalb die alten orangefarbenen Münchenpässe behalten konnten. Aufgrund der Ausgabezahlen gehen wir davon aus, dass alle SGB II und SGB XIILeistungsberechtigten, die einen Münchenpass haben möchten, über einen solchen verfügen (siehe dazu auch unten).
Frage 5:
Wurden und werden Bezieher von Grundsicherung (SGB II + XII) systematisch auf das Angebot des Münchenpasses und der mit ihm verbundenen Vergünstigungen hingewiesen? In welcher Form findet dieser Hinweis statt? Wird auch von Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern im Gespräch auf die Möglichkeiten des Münchenpasses hingewiesen?
Antwort:
Die Hilfeempfängerinnen und
empfänger in beiden Leistungsbereichen werden im Rahmen des Antragsgesprächs
auf den Münchenpass und die damit verbundenen Vergünstigungen hingewiesen. Dies
gilt sowohl für Neuanträge als auch im vergangenen Jahr noch für
Weiterbewilligungsanträge, soweit in wenigen Einzelfällen tatsächlich noch kein
Münchenpass ausgestellt worden war. Mit weiteren Unterlagen, die für die
Bearbeitung der Leistungsanträge stets erforderlich sind, wird das Passfoto für
den Münchenpass automatisch angefordert. Es ist auf dem entsprechenden Formblatt
unübersehbar aufgeführt. Der Münchenpass wird in aller Regel bei der zweiten
Vorsprache im Sozialbürgerhaus bzw. im Amt für Wohnen und Migration ausgestellt
und mit dem InfoFlyer des Sozialreferats (und künftig noch zusätzlich mit dem
InfoFlyer des MVV, siehe Anlagen) an die Leistungsberechtigten ausgehändigt.
Vor Unterzeichnung der Leistungsbewilligung prüfen die Teilregionsleitungen, ob
in den Unterlagen die Ausgabe des Münchenpasses verzeichnet wurde. Die Ausgabe
des Passes ist in der Checkliste aufgeführt, die von den Sachbearbeiterinnen und
Sachbearbeitern abgearbeitet werden muss, bevor der Leistungsantrag genehmigt
werden darf.
Frage 6:
Wird mit dem Bewilligungsbescheid eine Information zum Münchenpass verschickt? Falls nein, wäre dies möglich?
Antwort:
Es ist nicht möglich, den Bescheiden über die Bewilligung von Arbeitslosengeld II Anlagen beizufügen, da die Bescheide zentral von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg versandt werden. Da die Hilfeberechtigten aber in aller Regel noch vor der schriftlichen Bewilligung der Leistung über den Münchenpass und den entsprechenden Info Flyer verfügen, ist dies auch gar nicht erforderlich. Mit den Bescheiden über die Bewilligung von Leistungen nach dem SGB XII könnten grundsätzlich Anlagen versandt werden, aber auch hier gilt, dass die Leistungsberechtigten schon vor Bescheiderteilung den Münchenpass nebst Flyer in Händen haben.
Kein Weg nach drüben

Im Hintergrund die Holzbrücke
(red) – Einen kleinen Pendlerbus von der UBahnStation Thalkirchen zur Alemannenstraße wünschen sich viele Einwohner, insbesondere auch Senioren, im Süden Münchens. Ein entsprechender Antrag wurde auch im Seniorenbeirat eingebracht, angenommen und weitergeleitet. Das ernüchternde Ergebnis: Auch eine Kleinbuslinie auf der kurzen Strecke ist nicht möglich. Der Grund liegt darin, dass die Thalkirchner Brücke über die Isar eine Holzkonstruktion ist, die von Fahrzeugen mit einem Gewicht über 3 Tonnen nicht befahren werden darf. Diese 3000 Kilo aber brint auch ein besetzter Kleinbus auf die Waage. Auch weiterhin führt der Weg zwischen den genannten Endpunkten nur über den Candidplatz. Ein weiter Umweg, aber eben unvermeidbar.
Foto © panthermedia Claus Lenski
ÖPNVTest in 23 europäischen Großstädten
Deutsche Städte gut, München am
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(rb ADAC) – Zuweilen könnte man angesichts des Wehklagens, der Beschwerden und Anfragen sowie der (angeblich) weit verbreiteten Meinung den Eindruck gewinnen, dass München in Sachen Öffentlichem PersonenNahverkehr (ÖPVN) ein rückständiges Kaff sein muss: Dünne Fahrpläne, unzureichendes Netz, überfüllte Fahrzeuge, schlechte Informationen – und so weiter, und so weiter. So jedenfalls die gegrantelte Theorie.
Dagegen die Tatsache: Die Münchner dürfen stolz auf ihren ÖPNV sein. Aus einem ADACEurotest ging die IsarMetropole als Testsieger hervor. Insgesamt wurde das Bus, Bahn und TramAngebot in 23 Groß und Hauptstädten untersucht. Alle fünf deutschen Städte – außer München waren noch Frankfurt, Hamburg, Köln und Leipzig unter den Kandidaten – belegten vordere Plätze. Am meisten Anlass zur Kritik gab es im slowenischen Ljubljana und im kroatischen Zagreb. Erfreulich: Knapp die Hälfte der Testkandidaten schnitt gut ab.

Note "Sehr gut" für die Information in München
Europas Metropolen mussten in den vier Kategorien Reisezeit, Umsteigen, Information und Tickets/Preise bestehen. Die nötigen Daten erhob der ADAC via Internet, durch Tests an Ort und Stelle und über Abfragen bei den Städten selbst. Dabei zeigte sich zum Teil Erschreckendes: So gibt es beim Testverlierer Zagreb Bushaltestellen, die außer einem Schild mit Bussymbol keinerlei Information zu bieten haben. Wer hier mit der Tram fährt, zuckelt im Schnitt mit 13 Stundenkilometern durch die Innenstadt die U 6 in München schafft mehr als 30 Stundenkilometer. In Städten wie Lissabon oder Madrid muss jedes Mal ein neues Ticket kaufen, wer zum Beispiel von der Metro auf den Bus umsteigt. Tarifchaos auch in Lissabon: Dauerfahrer stehen vor einem Wald von mehr als 70 Monatstickets, in Barcelona kommt man da mit sechs Varianten aus. In London kostete ein Monatsticket zum Testzeitpunkt nur für den Stadtbereich sagenhafte 111 Euro, in Prag und Warschau jeweils rund 20. In München sind es für den Innenraum mit der IsarCard S (Senioren) 23,90 Euro.
Das ausgezeichnete Ergebnis der fünf deutschen Städte im Testfeld resultiert daraus, dass man im Vergleich zur Konkurrenz hierzulande relativ schnell unterwegs ist, komfortabel umsteigen kann und gut informiert wird. Schwachstelle der deutschen Testkandidaten (Ausnahme Leipzig) ist der Fahrpreis. Mit nur 48 Prozent der erreichbaren Punkte lagen sie deutlich hinter dem Rest Europas, der in dieser Kategorie im Schnitt 74 Prozent erzielte. Dies gilt zumindest bei den Einzeltickets und der Streifenkarten auch für München.
Damit der Verbraucher den Öffentlichen Personennahverkehr als echte Alternative zum Individualverkehr annimmt, müssen Bus, Bahn und Tram nicht nur durch Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Komfort, sondern auch durch niedrige Kosten überzeugen. „Wir brauchen für die Zukunft noch größere Akzeptanz des ÖPNV“, fordert Arnulf Lode, ADACVizepräsident für Finanzen, „damit er in unseren Städten seinen notwendigen Beitrag zur Mobilität für alle optimal leisten kann als Partner und in guter Verknüpfung mit dem Individualverkehr.“

Foto und Grafik: ADAC