.Gesundheit

Home Hinweis Veranstaltungen Seniorenwoche Sozialpolitik Beirat aktiv Aus dem Plenum Aus dem Stadtrat Aus der LSVB Kommunales MVV und MVG ASZ Pflege Vorsorge Rente Gesundheit Sicherheit Verbraucher Computer Stromsparer Gesellschaft Stiftungen Wissen Dies und das Sprechstunden Impressum

 

Nikotin hilft dem Gehirn

 

Der kleine Unterschied:„Gerecht“ ist nicht „frei“

Zahl der Schmerztherapie-Patienten wächst laufend

Osteoporose - die schleichende Volkskrankheit 

Nahestehende sehen Alzheimer früher als Ärzte

Zum Download: Expertise zur Gesundheitsförderung im Alter

Alzheimer: Vitamin verzögert Gehirn-Schrumpfung

Großer Schädel schützt im Alter vor Demenz

Migräne vor Demenz und Epilepsie


 

 

Wissenschaftler stellen fest:

 

 

Nikotin hilft dem Gehirn

 

 

(pte) - Wissenschaftler am Istituto di Bioimmagini e Fisiologia Molecolare und der Università di Milano – Bicocca haben neue Erkenntnisse über die Wirkung von Nikotin auf das menschliche Gehirn gewonnen. Damit eröffnen sich neue Wege, den bei Alzheimer-Patienten typischen Gedächnis- und Motorikstörungen entgegenzuwirken.

 

Überraschende Testergebnisse

 

Verglichen wurden eine Gruppe von Rauchern mit einem Tageskonsum von sieben bis 20 Zigaretten und eine Gruppe von absoluten Nichtrauchern, wobei auch auf die Ähnlichkeit in der psychosomatischen und kulturellen Zusammensetzung geachtet wurde. Die Teilnehmer mussten mit fest gerichtetem Blick zuvor angekündigte, über das Blickfeld unregelmäßig verteilte Gegenstände oder Informationen erkennen und dies mit einem Tastendruck bestätigen.

 

Eine zweite Aufgabe bestand darin, möglichst schnell entweder mit dem Zeige- oder dem Mittelfinger auf eine Abfolge von Zeichen zu reagieren. Während der Tests wurde mithilfe von 128 Sensoren die bioelektrische Hirntätigkeit der Probanden gemessen. "Dieses Vorgehen hat uns ermöglicht, die Funktionsfähigkeit des Gehirns in Abhängigkeit von der jeweils gestellten Aufgabe zu erkunden", so Projektleiterin Alice Mado Proverbio.

 

Mögliche Alzheimer- und Parkinson-Therapie

 

"Beim Test zur räumlichen Wahrnehmung war kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Reaktionsgeschwindigkeit zwischen beiden Gruppen festzustellen", unterstreicht die Fachfrau. Anders stellt sich das Ergebnis jedoch bei der Versuchsanordnung unter gleichzeitiger Erprobung der Gedächnis- und Reaktionfähigkeit dar.

 

"Dort waren die Raucher im Schnitt 50 Millisekunden schneller, allerdings auch um 100 Millisekunden langsamer bei der Aufgabe, die sachlich richtige Reaktionsentscheidung zu treffen", so die italienische Forscherin. Dank der Verwendung der Low Resolution Electromagnetic Tomography (Loreta) ist es möglich, die fundamentale Rolle der Neuronen in der vorderen Gehirnspähre bei der durch Nikotinzufuhr gesteigerten Fähigkeit der "working memory" zu ermitteln.

 

Sie könnten den Weg für eine therapeutische Nutzung des Nikotins bei Alzheimer- und Parkinson-Patienten eröffnen. Die Einzelheiten der Untersuchung sind beim Weltkongress der Society of Neuroscience in Washington vorgestellt worden.

 

 

 

 

Der kleine Unterschied

 

 

„Gerecht“ ist nicht „frei“

 

(rau) - Es sind zwei für viele Menschen außerordentlich wichtige Begriffe, die oft den Alltag bestimmen. Man könnte auf die Vermutung kommen, dass beide Begriffe im Grunde die gleiche Bedeutung haben: „barrierefrei“ und „rollstuhlgerecht“. Hier die genaue Definition, erklärt vom städtischen Referat für Bildung und Sport:

 

„Barrierefreiheit“ gem. Art. 4 BayBGG bedeutet, dass Gebäude, Außenanlagen sowie der gesamte öffentliche Bereich einer Einrichtung (ab öffentlicher Gehwegkante)

 - in der allgemein üblichen Weise,

- ohne besondere Erschwernis un

- grundsätzlich ohne fremde Hilfe

zugänglich und nutzbar sind. Diese Beschreibung geht über einen nur schwellenlosen Zugang hinaus und erstreckt sich zum Beispiel auch auf ausreichende Bewegungsflächen oder zusätzliche Hilfen, wie einen zweiRathaus ten Handlauf zur sicheren Benutzung von Treppen. Damit sollen nicht nur Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer die Anlagen selbständig benützen können, sondern auch Personen mit motorischen und sensorischen Einschränkungen, also Menschen mit verminderter Kraft oder mit Seh- oder Hörschwächen. Auch Besucher mit kleinen Kindern und Kinderwagen profitieren von barrierefreien Zugängen. Eine „Barrierefreiheit“ hat eine umfassende Ausgestaltung zur Folge und beschränkt sich nicht nur auf kleinere Hilfestellungen.

 

Dies ist zu unterscheiden von einer lediglich „rollstuhlgerechten“ Ausführung, welche praktisch eine bloße Zugänglichkeit (ggf. auch nur für Teilbereiche eines Gebäudes) sicherstellt und eine evtl. nur eingeschränkte Nutzbarkeit einer Einrichtung bedeutet. Es muss entweder ein niveaugleicher Eingang (also schwellenlos) vorhanden sein oder Niveauunterschiede müssen mit Rampen oder Aufzügen ausgeglichen werden. Die Bereitstellung einer behindertengerechten/rollstuhlgerechten WC-Anlage ist Mindestausstattung. Nur diesen Mindeststandard in Bestandsbauten zu erreichen, führte in der Vergangenheit bereits zu erheblichen Problemen. Vor dem Hintergrund der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist dieser Mindeststandard sicher nicht in allen Bereichen ausreichend.

 

Zahl der Schmerztherapie-Patienten wächst laufend
 

(pte) - Chronische Schmerzen nehmen im Alter zu. Dennoch sollten ältere Menschen nicht nur mit den Nachbarn über ihre Leiden reden , sondern auch mit einem Arzt. "Wir können nicht durch die Altersheime gehen und Patienten suchen, die schreien", sagt Oliver Emrich, Leiter des DGS-Schmerzzentrums Ludwigshafen und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie
 http://www.dgschmerztherapie.de im Gespräch mit der Agentur pressetext. Der Mediziner kritisiert nicht nur die "stillen Leider". Auch Ärzte würden Schmerzen häufig nicht ernst nehmen.
 
"Akute Schmerzen können chronisch werden, wenn sie nicht adäquat behandelt werden", sagt Barbara Ritzert, Biologin und Chefin der Agentur ProScience Communications gegenüber pressetext. Wer Schmerzen habe, bewege sich kaum, was die Schmerzen verstärke. Die Folgen seien Rückzug, Depression und soziale Isolation. Der Aktionsradius wird eingeschränkt. Zudem neigen ältere Menschen mit Schmerzen zu Stürzen. "Viele dieser Patienten meinen, Schmerz sei etwas normales, ist es aber nicht", sagt Emrich. Schmerz gehöre nicht zum Alter.


Hälfte der 60- bis 75-Jährigen betroffen
 

Diabetes, Herzschwäche, entzündliche Gelenkserkrankungen, Bluthochdruck oder Gefäßerkrankungen sind dennoch typische Erkrankungen älterer Bevölkerungsgruppen. Manchmal kommt nicht eine Beschwerde allein. "Fast die Hälfte der 60- bis 75-Jährigen und über die Hälfte der über 75-Jährigen leiden gleichzeitig unter mehreren Schmerzformen", sagt Not-Rupprecht Siegel vom Geriatriezentrum Neuburg.
 
Unsere Gesellschaft wird immer älter, die Menschen möchten aber keine Einbußen in der Lebensqualität haben. Schmerzen sind ein Störfaktor. Die Menge der Schmerztherapie-Patienten wächst. "Die am stärksten wachsenden Bevölkerungsteile sind die über 90-Jährigen", sagt Emrich. In vierzig Jahren werde sich in den Industriestaaten der Anteil der über 80-Jährigen mehr als verdreifacht haben.
 
Man werde die "Krücke Medikation" zwar niedriger dosieren. "Ganz ohne schmerzwirksame Medikamente werden wir nicht auskommen." Medikamente seien eine wesentliche Säule der Behandlung. "Alternative Verfahren werden nicht als Alternative gesetzt sondern ergänzend", sagt Ritzert. Man könne dennoch den Patienten beispielsweise Akupunktur nicht vorenthalten, nur helfe dieser bei jüngeren Patienten besser.
 

 

Früherkennung wichtig für Therapieerfolg

 

Osteoporose - die schleichende Volkskrankheit:

 

(DGE) - Nur bei jedem fünften Osteoporose-Patienten erfolgt die Diagnose und Therapie rechtzeitig. In Deutschland sind das eine Million von fünf Millionen an Knochenschwund Erkrankten. Doch nur durch Früherkennung und vorbeugende Maßnahmen lassen sich ein schwerer Krankheitsverlauf und weitere Folgeschäden wie Knochenbrüche vermeiden. Hormon-Experten stellen auf dem 54. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) vom 30. März bis 2. April 2011 aktuelle Erkenntnisse und Therapien dieser chronischen Erkrankung vor.

 

Osteoporose ist über lange Zeit eine "stille" Volkskrankheit: Da sie zunächst keine Beschwerden verursacht, bemerken Betroffene meist zu spät, dass sie an dieser schleichenden und oft unerkannten Krankheit leiden. "Meist stellt sich erst nach einem Knochenbruch heraus, dass der Patient unter Knochenschwund leidet", erklärt Dr. med. Catharina Bullmann vom Zentrum für Endokrinologie, Kinderwunsch, Pränatale Medizin im Barkhof, Hamburg. "Doch dann ist der Verlust der Knochenmasse oft schon weit fortgeschritten und die Stabilität der Knochen bereits sehr reduziert". Diesen Patienten drohen weitere Knochenbrüche und eine stark eingeschränkte Lebensqualität.

 

80 Prozent der Osteoporose-Patienten sind weiblich. Besonders gefährdet sind Frauen nach den Wechseljahren, denn danach produziert ihr Körper weniger des Geschlechtshormons Östrogen, was zu einem verstärkten Knochenabbau führt. Alter, Bewegungsmangel, Untergewicht, Alkohol, Rauchen und Medikamente, die die Knochensubstanz angreifen, wie Cortison, tragen ebenfalls zu dieser Erkrankung bei. "Diese Patientengruppen sollten sich regelmäßig auf ihr Knochenbruchrisiko testen lassen", rät Bullmann. "Früherkennung kann einen langen Leidensweg und insbesondere bei älteren Menschen lebensbedrohliche Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung und Lungenembolie verhindern". Nicht zu unterschätzen seien der volkswirtschaftliche Faktor durch krankheitsbedingte Ausfälle sowie die steigenden Krankheitskosten, die in Deutschland mittlerweile etwa drei Milliarden Euro für Osteoporose-Patienten betragen.

 

Eine Diagnose ist schnell erstellt: Mit einer Knochendichte-Messung stellt der Arzt eine verminderte Knochendichte fest und somit wie hoch das Knochenbruchrisiko ist. Die Messung erfolgt meist mittels Doppelröntgenabsorptionsmessung (DXA-Methode) an der Lendenwirbelsäule, und auch an der Hüfte, da bei Osteoporose die Wirbelkörper als erstes angegriffen werden. Durch Blut- und Urinuntersuchung schließt er aus, dass es sich um eine andere Knochenerkrankung handelt. Therapeutisch unterscheiden die Experten zwischen vorbeugenden Basismaßnahmen und medikamentöser Behandlung. Um das Risiko zu verringern, sollte der Patient alle Risikofaktoren ausschließen und sich insbesondere Vitamin D- und kalziumreich ernähren, Sport treiben und Untergewicht vermeiden. Ist das Knochenbruchrisiko sehr hoch oder liegt bereits der erste Knochenbruch vor, erfolgt eine Behandlung mit speziellen Osteoporose-Medikamenten. Über neueste Entwicklungen in Diagnose und Therapie sowie unter welchen Bedingungen die Therapieformen eingesetzt werden sollten, informiert Dr. Bullmann auf einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie am 30. März 2011 in Hamburg.

 

Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen und dem Stoffwechsel sowie den Erkrankungen auf diesem Gebiet. Hormone werden von den endokrinen Drüsen, zum Beispiel Schilddrüse oder Hirnanhangdrüse, aber auch bestimmten Zellen in Hoden und Eierstöcken, "endokrin" sezerniert, das heißt nach "innen" in das strömende Blut abgegeben. Im Unterschied dazu geben die "exokrinen" Drüsen, wie beispielsweise die Speicheldrüsen oder Schweißdrüsen, ihre Sekrete nach "außen" ab.

 

Wie man Alzheimer erkennt
 

Nahestehende sehen die Krankheit früher als Ärzte

 
(pte/30.09.2010/12:10) - Angehörige und Freunde bemerken erste Demenzanzeichen viel früher als der Arzt. Das berichten Mediziner der Washington University in der Zeitschrift "Brain". "Nichts ist für Menschen mit Demenz so schlimm wie nicht um ihre Krankheit zu wissen. Wenngleich die Diagnose selbst erst der Arzt stellt, können Angehörige Verdachtssymptome schon durch wenige
Schlüsselfragen erkennen", erklärt Birgitta Martensson von der Schweizerischen Alzheimervereinigung im pressetext-Interview.
 
Acht Fragen stellten die US-Forscher den Nahestehenden von Patienten über diese. Dabei ging es um Veränderungen bei Finanzentscheidungen, um nachlassendes Interesse an Hobbys, um ständig wiederholte Fragen oder Aussagen, um Probleme in der Bedienung von Geräten und um das Vergessen des laufenden Monats oder Jahres. Auch nach dem Verlust des Überblicks über die eigenen Ausgaben wurde gefragt, nach dem plötzlichen Vergessen von Vereinbarungen und Terminen sowie nach dem Neuauftreten ständiger Erinnerungslücken.
 
Demenzverdacht gibt es bei den Patienten, deren Angehörige zwei oder mehr Fragen mit "Ja" beantworteten. "In wenigen Minuten kann man so kostengünstig erheben, wer weitere Untersuchungen zur Abklärung braucht", so Studienleiter James Galvin. Die Methode ist zudem äußerst verlässlich. In einem Versuch mit 250 Personen war die Fragemethode weit
treffsicherer als ein Demenz-Screening beim Arzt, bei dem sich Patienten etwa Wörter oder Objekte merken sollen. Das zeigte eine Biomarker-Untersuchung im Anschluss an die Tests.
 
Alzheimer-Screening durch Befragung der Angehörigen wird auch in Europa immer wichtiger. Forscher um Michael Ehrensperger und Andreas Monsch von der Memory Clinic, Akutgeriatrie des Universitätsspitals Basel stellen in der Zeitschrift "International Psychogeriatrics" eine Methode vor, die auf der Beurteilung von sieben Feststellungen durch Angehörige basiert. Dazu gehören die Erinnerung an Dinge wie Geburtstage oder Adressen der Familie und Freunde, an jüngst vergangene Ereignisse und Gespräche oder an den Ort, an den man Dinge abgelegt hat, sowie das Neulernen von Dingen im Allgemeinen. "Es geht hier um ein Screening, nicht um die Diagnose selbst", stellt Monsch gegenüber pressetext klar.  


Fremdanamnese hat hohen Wert für den Demenz-Erstverdacht, betont Martensson. "Menschen mit Demenz verhalten sich mit fremden Personen – etwa mit dem Arzt – oft anders als im Alltag. Angehörige und nahe Freunde durchschauen viel eher, wenn Betroffene ihre auftretenden
Probleme ignorieren oder verheimlichen." Dass Patienten ihre Symptome verbergen, ist verständlich. "Das gleiche machen manche Menschen, die mit dem Alter Sehprobleme bekommen: Sie suchen Entschuldigungen und Erklärungen statt einen Optiker aufzusuchen," so die Sprecherin der
Alzheimervereinigung.
 
Obwohl es für Demenz noch keine Heilung gibt, hat ihre möglichst frühe Diagnose große Bedeutung. Martensson berichtet, dass Demenzpatienten im Rückblick die Phase vor der Diagnose als ihre schlimmste Zeit bezeichnen. "Erst wer über seine Diagnose Bescheid weiß, kann Information und Hilfe holen und etwa medikamentöse oder nicht-medikamentöse Therapien in Anspruch nehmen, die den Verlauf verzögern", so Martensson. Ausschließen könne man durch die Abklärung zudem Krankheiten mit ähnlichen Symptomen, wie etwa Altersdepression oder Hirntumor.
 
Was viele Menschen vor einer Demenz-Diagnose zurückschrecken lässt, sind die vielen Missverständnisse rund um die Krankheit. "In den Köpfen schwirren die Symptome im Spätstadium, etwa dass Bekannte zu Unbekannten werden oder Verhaltensstörungen massiv werden. Zwischen Ausbruch und Endstadium liegen jedoch meist viele Jahre, in denen Patienten noch entscheidungs- und handlungsfähig sind, ohne fremde Hilfe leben und oft sogar neue Aktivitäten aufnehmen. Zudem erleben viele das Endstadium der Demenzkrankheit gar nicht, weil sie vorher an einer anderen
Alterskrankheit sterben", betont Martensson.

 

Schlimme Medikamentenabhängigkeit im Alter


Kurz-Expertise

Gesundheitsförderung für die ältere Generatiom

(BPA) - Der fortschreitende Alterungsprozess in unserer Bevölkerung führt zu einer längeren Lebenserwartung. Er führt aber auch zu einem Anstieg  chronischer Alterserkrankungen, die nach heutigem Stand nicht heilbar sind. Deswegen wird rechtzeitige Gesundheitsförderung und Prävention zunehmend wichtiger. Die kommunale Ebene ist der Ort, an dem sich demografisches Altern der Bevölkerung konkret auswirkt. Daher beschreibt das Institut für Gerontologie an der Technischen Universität Dortmund u. a. rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen der Gesundheitsförderungen. Außerdem werden Ansätze für die Gesundheitsförderung älterer Menschen genannt und vorbildhafte Projekte der kommunalen Gesundheitsförderung im Alter vorgestellt.

Die Expertise, vom Bundesgesundheitsministerium empfohlen, ist 56 Seiten lang. Hier ist sie im vollen Umfang zu finden:

PDF herunterladen
Acrobat-Datei (PDF) 776 KB

 

Alzheimer: Vitamin verzögert Gehirn-Schrumpfung


Vorgang kann um bis zu 50 Prozent verlangsamt werden
 

 (pte) - Hohe Dosierungen von Vitamin B können die Geschwindigkeit halbieren, in der das Gehirn von älteren Alzheimer-Patienten schrumpft. Zu diesem Ergebnis sind Forscher des Oxford Project to investigate Memory and Ageing (OPTIMA) gekommen. Experten halten die Forschungsergebnisse für einen ersten Schritt zur Verzögerung des Eintretens der Krankheit.
 
Für die in der Public Library of Science One veröffentlichte Studie wurden 168 ältere Menschen untersucht, die bereits unter einer leichten Einschränkung ihrer geistigen Fähigkeiten litten. Die eine Hälfte der Freiwilligen erhielt täglich eine Tablette mit Vitamin B Folat, B6 und B12 in einer Dosierung, die deutlich über der täglich empfohlenen Menge lag. Die andere Hälfte erhielt ein Blindpräparat. Nach zwei Jahren wurde überprüft, in welchem Ausmaß sich das Gehirn der Teilnehmer verkleinert hatte.
 
Durchschnittlich schrumpft das Gehirn nach dem 60. Lebensjahr jährlich rund 0,5 Prozent. Bei einer leichten geistigen Beeinträchtigung kommt es zu einer doppelt so raschen Schrumpfung. Bei Alzheimer-Patienten liegt dieser Wert bei 2,5 Prozent. Das Team um David Smith wies nach, dass die Einnahme der Vitamin-Präparate die Schrumpfung um durchschnittlich 30 Prozent verlangsamen konnte. In manchen Fällen konnte sogar eine Verzögerung um 50 Prozent erreicht werden. Damit entsprachen diese Werte dem normalen Alterungsprozess.
 
Bestimmte Formen von Vitamin B wie Folsäure, Vitamin B6 und B 12 kontrollieren das Homocystein im Blut. Hohe Werte dieser Aminosäure werden mit einer rascheren Schrumpfung des Gehirns und Alzheimer in Zusammenhang gebracht. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Vitamin-Präparate die Homocystein-Werte beeinflusst und damit die Schrumpfung des Gehirns verlangsamt werden konnte. Smith betonte laut BBC, dass die Wirkung signifikanter gewesen sei als erwartet.

 

 

Gehirn hat mehr Reserven zur Bekämpfung der Krankheit


Großer Schädel schützt im Alter vor Demenz
 

 

(pte) - Ein großer Kopf könnte gegen die schlimmsten durch eine Demenz angerichteten Schäden schützen. Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München haben nachgewiesen, dass Alzheimer-Patienten mit dem größten Kranium (lat. füt  Schädel – Redaktion) über ein besseres Gedächtnis und eine bessere Denkfähigkeit verfügten als Patienten mit kleineren Schädeln.
 
Das Team um Robert Perneczky geht davon aus, dass ein größerer Schädel über mehr Gehirnreserven verfügt, um gegen die Schädigungen durch das Absterben der Gehirnzellen anzukämpfen. Die auf den Daten von 270 Patienten beruhenden Studienergebnisse wurden in der US-Fachzeitschrift NEUROLOGY veröffentlicht.
 
Die Patienten wurden über Forschungsregister oder Spezialkliniken in Amerika, Kanada, Deutschland und Griechenland zur Teilnahme eingeladen. Tests zu Gedächtnis und Kognition und ein Brain-Scan dienten der Feststellung des Ausmaßes der Erkrankung. Zusätzlich wurde auch die Größe des Kopfes vermessen.
 
Ein größerer Kopf stand mit einem besseren Abschneiden bei den Tests in Zusammenhang. Diese Verbindung blieb auch bestehen, wenn beide Patienten gleich schwer erkrankt waren. Stellte man jedem Prozent absterbender Hirnzellen einen zusätzlichen Zentimeter an Kopfgröße gegenüber, schnitten die Patienten durchschnittlich um sechs Prozent besser ab. Die Gehirngröße ist großteils genetisch bestimmt.
 
Die Wissenschaftler gehen laut BBC trotzdem davon aus, dass der Lebensstil einen Einfluss haben kann. Eine schlechte Ernährung oder Krankheit zu Beginn des Lebens kann das Wachstum behindern. Die ersten Jahre der Entwicklung des Gehirns sind entscheidend. Bis zum sechsten
Lebensjahr hat das Gehirn bereits 93 Prozent seiner endgültigen Größe erreicht.

 

 

50 Mio. neurologisch Kranke in Europa

 

Migräne häufigstes Nervenleiden vor Demenz und Epilepsie

 

(pte) Erkrankungen des Gehirns und Nervensystems sind in Europa sehr häufig und ihre Zahl nimmt weiter zu. Das zeigen Statistiken, die am Treffen der Europäischen Neurologen Gesellschaft (ENS) in Berlin präsentiert wurden. "Neurologische Erkrankungen sind mit 50 Mio. Betroffenen häufiger als Krebs und belasten die europäischen Volkswirtschaften mit 386 Mrd. Euro pro Jahr", erklärt Gerard Said, neu gewählter ENSPräsident.
 

Migräne ist mit Abstand das häufigste neurologische Problem in Europa, zeigt der "Neurology Atlas" der WHO. 41 Mio. Europäer leiden an diesen belastenden chronischen Kopfschmerzen, dahinter rangieren Demenz (4,8 Mio.), Epilepsie (2,6 Mio.) und Parkinson (1,2 Mio.). Eine Mio. Menschen pro Jahr wird Opfer eines Schlaganfalls. Das "European Brain Council" schätzt, dass die Häufigkeit dieser Erkrankungen in den nächsten Jahren um ein weiteres Fünftel zunimmt, wobei vor allem Demenz und Parkinson ins Gewicht fallen werden.


Entsprechend dieser Häufung nehmen auch die Kosten für die Behandlung und Betreuung dieser Patientengruppe gigantische Ausmaße an. Aktuellen Berechnungen zufolge beträgt der Aufwand bereits ein Drittel der gesamten Gesundheitskosten. Die öffentliche Aufmerksamkeit hinkt diesen Zahlen jedoch weit nach, so Said. Zwar widmet nun auch die EU das Rahmenprogramm "Brain
Research" dem Thema, doch sollte mehr Augenmerk auf Grundlagenforschung, Entwicklung neuer Behandlungsmethoden und Ausbildung für Neurologen gelegt werden.


Ein Schwerpunkt des Neurologenkongresses sind die Erkrankungen des peripheren Nervensystems, die sogenannten "Neuropathien". 20 bis 30 Mio. Betroffene gibt es davon weltweit und die Bedeutung steigt mit dem Anwachsen der Zivilisationskrankheiten wie Diabetes. "Würden Neuropathien bei Diabetes nicht so oft unterdiagnostiziert oder unterbehandelt werden, ließen sich dramatische Konsequenzen wie Amputationen häufig vermeiden", so der ENSPräsident.
 
Weitergehende Informationen:

WHO"Neurology Atlas" unter
 http://www.who.int/mental_health/neurology/epidemiology/en/index.html

 

Suchtexperten:

Schlimme Medikamentenabhängigkeit im Alter

 

Ja aber nicht ohne Beratung

                                                                                                   Foto  © Rolf Bürkle

(DHS) Medikamentenmissbrauch und abhängigkeit stellen besonders bei älteren Menschen ein wachsendes Problem dar: 1,7 bis 2,8Mio. der über 60jährigen Frauen und Männer weisen einen problematischen Gebrauch psychoaktiver Medikamente bzw. von Schmerzmitteln auf oder sind gar als medikamentenabhängig zu bezeichnen. Der Übergang von der medikamentösen Einnahme aus medizinischen Gründen hin zur dauerhaften missbräuchlichen Einnahme ist oft fließend – und erfolgt häufig unbewusst.

Medikamentenabhängigkeit ruft bei älteren Menschen oftmals Stürze hervor, die in der Regel zur Pflegebedürftigkeit führen. Infolge dessen entstehen enorme Kosten für das Gesundheitssystem.

Steigende Zahl älterer Menschen als „potenzielle“ Risikogruppe

Die Anzahl der über 80Jährigen wird künftig noch deutlich ansteigen. Diese Altersgruppe weist allgemein ein höheres Risiko auf, pflegebedürftig zu werden. Zugleich steigt die Notwendigkeit medizinischer Behandlung. Auftretende Schlafstörungen werden häufig medikamentös mit Schlaf und Beruhigungsmitteln, sog. Benzodiazepinen, behandelt, obwohl Veränderungen der Schlafmuster mit kürzerem Schlaf zumeist biologisch bedingt sind.

Von diesen Mitteln, deren „Hauptkonsumenten“ ältere Menschen sind, geht ein außerordentlich hohes Suchtpotenzial aus: Sie führen bei langfristiger regelmäßiger Einnahme nachweislich zu Abhängigkeit. Nicht fachgerechte ärztliche Versorgung und/oder unsachgemäße Anwendung führen (un)bewusst in die Abhängigkeit

Ältere Menschen, insbesondere ältere Frauen, konsumieren bis zu drei Ma mehr Arzneimittel als die Durchschnittsbevölkerung. Die Einnahme der oft von verschiedenen Fachärzten verschriebenen Medikamente mit diversen Wirkstoffen führen zu unkalkulierbaren Wechsel und Nebenwirkungen. Hinzu kommen auf Privatrezept verschriebene Medikamente. Gerade bei älteren Menschen ist jedoch die Toleranz gegenüber Wirkungen von Benzodiazepinen gering ausgeprägt, so dass es zu einer schleichenden Intoxikation kommen kann. Das Auftreten psychotischer und depressiver Zustände sowie demenzähnliche Ausfälle sind die Regel. Besonders stark sind diese Folgen in der stationären Altenpflege zu beobachten. Hier wird der Anteil der von Psychopharmaka abhängigen Bewohner/innen über 70 Jahre auf mindestens 25% geschätzt.

Stürze und Sturzgefahren als gefährliche Konsequenz

Die Abhängigkeit von Benzodiazepinen in Form von Beruhigungs und Schlafmitteln im Alter zieht ein um 66% erhöhtes Sturzrisiko durch Schwindel und Gangunsicherheit nach sich. Allein für Altenpflegeheime wird von jährlich einer Million Stürzen ausgegangen. Die Folge sind u. a. Oberschenkelhalsbrüche, welche enorme gesundheitliche Konsequenzen und hohe Folgekosten für das Gesundheitswesen nach sich ziehen. Die Behandlung sturzbedingter Verletzungen vor allem bei Hochaltrigen ist langwieri und nur eingeschränkt erfolgreich. Aber auch ohne Sturz kann die erforderliche Versorgungs und Pflegeintensität im Fall einer Überdosierung von Benzodiazepinen deutlich ansteigen. Durch „SchlafmittelHangover“ in der morgendlichen Versorgung fällt der Unterstützungsbedarf deutlich höher aus, Bewegungsabläufe und Reaktionen sind verlangsamt.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen fordert deshalb:

Flächendeckende Behebung der bestehenden Qualifikations und Kompetenzdefizite bei (Haus)Ärzten durch die Bundesärztekammer, bei Pflegekräften durch die verantwortlichen Einrichtungsträger sowiedurch entsprechende Ausbildungsinstitutionen.

Konsequente Aufklärung älterer Menschen und deren Angehöriger über Risiken und Folgen einer Medikamentenabhängigkeit durch Benzodiazepine durch öffentlichkeitswirksame Kampagnen.

Zur Unterstützung der Pflegeeinrichtungen: Eindeutige Handlungskonzepte zum Umgang mit Abhängigkeit erzeugenden Arzneimitteln. Hiermit würde ein wichtiger Beitrag zur Besserung der Gesundheit bzw. der Lebensqualität im Alter geleistet.

Erstellung und Verbreitung nichtmedikamentöser Interventionskonzepte zur Senkung der Medikamentengaben

    1. zur Reduzierung des Missbrauchs psychoaktiver Medikamente,

    2. zur Frühintervention bei unsachgemäßem Gebrauch und

    3. zur Erhöhung der Sorgfaltspflicht bei der Verschreibung psychoaktiver Arzneimittel durch Mediziner unter Einbeziehung aller beteiligten Berufsgruppen.

Aus Bundesmitteln geförderte Studie mit validen, nicht auf Schätzungen basierenden Zahlen und Daten zu Medikamentenkonsum und –abhängigkeit im Alter und deren Auswirkungen, Konsequenzen sowie Folgekosten.