
Mobiler Auftritt des Seniorenbeirats: Der Infostand
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Steht in keiner Schlagzeile: Die Stadtsparkasse und die Senioren
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Mobiler Auftritt des Seniorenbeirats
Wenn nicht hier – wo dann?

Am Infostand v.l.n.r stellv. Vors. Wolfgang Hertel und Inge Hügenell, Vorsitzender Klaus Bode. Foto: Rolf Bürkle
Der Seniorenbeirat (SB) ist oft unterwegs. Infoveranstaltungen, Messen, Stadtteilfeste, Veranstaltungen in den Alten- und Service-Zentren und so weiter – der Beirat ist dabei. Bisher freilich trat der SB je nach den jeweiligen Voraussetzungen vit wechselnden Erscheinungsformen auf und unterlag oft genug der alten Weisheit: „Vor lauter Wald sieht man die Bäume nicht“. Das ist nun vorbei. Nun wird der auftretende SB mit dem hier abgebildeten Informationsstand in jeder Umgebung deutlich auffallen.
Steht in keiner Schlagzeile
Millionen auch für Senioren
(rb) – Zugegeben, es ist kein alltäglicher Fall, aber er widerlegt Behauptungen und Schlagzeilen, beweist, dass nicht alles über den gleichen Kamm geschert werden darf. Der Fall: Ein Münchner Ehepaar, er 80, sie 78, wollte sich trotz des hohen Alters noch einen Wunsch erfüllen und einen komfortablen Alterssitz bauen, beziehungsweise bauen lassen. Dazu war ein Kredit in Höhe von einer Million Euro erforderlich. Und dieser Kredit wurde selbstverständlich nach eingehender Beratung und Prüfung der Umstände – gewährt. Kreditgeber: Die Stadtsparkasse München, Slogan „Die Bank unserer Stadt.“
Demgegenüber stehen knallige Schlagzeilen der Art „Banken drehen Senioren den Kredithahn zu!“ Diese tatsächlich auf der Titelseite einer Münchner Zeitung stehende Schlagzeile veranlasste den Seniorenbeirat der Landeshauptstadt München (SB), sich mit der Bitte um Stellungnahme an eben „die Bank unserer Stadt“, also die Stadtsparkasse München (SSKM) zu wenden. Von dort aber kam keine Stellungnahme, sondern die Einladung des SSKMVorstands zu einem ausführlichen Gespräch

Hauptstelle der Stadtsparkasse Tal/Sparkassenstraße
Foto © Rolf Bürkle
Selbstverständlich nahm der SBVorstand diese Einladung an und erschien vollzählig zum vereinbarten Termin. Er wurde hoch hinauf in die Vorstandsetage geführt und von den für die für den Beirat bzw. die über 317.000 Münchner im Seniorenalter besonders interessanten Themen zuständigen Mitgliedern des SSKMManagements, Frau Mylbritt und die Herren Beier und Rieger begrüßt. Bereits zu Beginn des Gesprächs zeigte sich, dass es für die Bankleute ein für die Senioren wichtiges Thema gibt, das Beirat nicht auf seiner Agenda hatte: Die Vorsorge und dabei vor allem das oft diskutierte und nicht selten problematische „Berliner Testament“ im Erbrecht. Das gravierende Problem: Wer es versäumt, seine Kinder bereits beim ersten Erbfall zu bedenken, bürdet nicht nur dem Ehegatten eine vermeidbare Steuerlast auf, auch die Kinder werden dann nochmals unnötigerweise vom Finanzamt zur Kasse gebeten. Daraus ergibt sich für potenzielle Erblasser ein erheblicher Beratungsbedarf. Dieses unvorhergesehene Gesprächsthema führte dazu, dass vom SBVorstand vorgeschlagen wurde, es in den Mittelpunkt einer der nächsten Delegiertenversammlung zu stellen. Von Seiten der SSKM wurde ein entsprechendes Referat zugesagt.
Doch wichtiger ist jene Zusage, die sich auf das schlagzeilenträchtige Hauptthema bezieht. „Das Alter spielt bei der Kreditvergabe keine Rolle!“, so die einhellige Feststellung der SSKMLeute. Eine Ausnahme nur gibt es – die Grenze nach unten, für nicht volljährige Kunden bzw. Antragsteller. Im Übrigen spielen andere Kriterien eine Rolle, auch zum Schutz der Kunden. Es geht also um die üblichen Sicherheiten, um ein laufendes Einkommen (auch Rente usw.), das die Tilgung eines Darlehens oder Kredites möglich macht. Doch den zitierten zugedrehten Geldhahn für Senioren gibt es zumindest bei der SSKM mit weit über 800.000 Kunden nicht. Thema also erledigt.
Doch einmal zusammen gab es noch weitere Themen. Etwa die Frage noch Hausbesuchen bei älteren Kunden, denen der Weg zu einer Filiale schwer fällt oder unmöglich ist und denen auch kein OnlineBanking mehr zugemutet werden kann. Hier konnten die Banker noch keine endgültige Antwort geben. Zwar ist die SSKM zu dieser Dienstleistung bereit. Doch die Tatsache, dass die Kunden der Kreissparkasse München in der gleichen Situation sind wie ihre Nachbarn jenseits der Stadtgrenze erfordert eine Gleichbehandlung für die Kunden beider kommunaler Institute. Auch der Bayerische Sparkassenverband als zentraler Dienstleister der „SFinanzgruppe“ ist mit dem Ziel einer einheitlichen Regelung eingeschaltet. Mit der baldigen Entscheidung ist zu rechnen.
Auch eine scheinbar brisante Frage kam zur Sprache: „Warum sind Geldauszahlungen an den Automaten der Stadtsparkasse so teuer?“ Doch brisant ist dieses Thema nicht. Teuer ist die Benutzung der SSKMAutomaten nur für die Kunden anderer Geldinstitute. Die Sparkassenkunden werden kostenlos bedient. Der Unterschied und die im Vergleich anderen Banken hohen „Fremdgebühren“ ist einfach zu erklären: Keine andere Bank hat in München so viele Geldautomaten wie die SSKM. Auf der anderen Seite gibt es Banken die nur sehr wenige oder – etwa „Direktbanken“ – gar keine Automaten in München an. Deren Kunden bedienen sich überwiegend an den Sparkassenautomaten. Den damit verbundenen Aufwand will die Sparkasse nicht ihren Kunden aufbürden, sondern eben den Verursachern.
Bleibt noch eines: Wenn ein älterer Kunde und erst recht eine hochältere Kundin mit sonst normalen Umsätzen am Schalter erscheint und eine auffallend hohe Summe Bargeld abfordert, wird der SSKMMitarbeiter misstrauisch und „neugierig“. Einfach Erklärung: Durch dieses Verhalten und in bestimmten Fällen Kontaktaufnahme mit der Polizei konnten in jüngerer Zeit mehrfach Betrugsversuche – etwa per „Enkeltrick“ – verhindert werden.
Der Vorstand des Beirats konnte eine positive Bilanz aus diesem Spitzengespräch ziehen.